Dr. Dres  Zimny – Ihr Zahnarzt in Berlin

„Igel“-Behandlungen beim Arzt boomen

Freitag, 07.01.2011

Jeder vierte Patient bezahlt Extrabehandlungen beim Arzt aus eigener Tasche - die sogenannten „Igel- Behandlungen, also „individuellen Gesundheitsleistungen“ (Igel), boomen. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Befragung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK in Berlin (Wido) und gilt für den Betrachtungszeitraum von einem Jahr. Allerdings geht es bei den „Igel“-Behandlungen nicht immer formal korrekt zu: Weder die erforderliche schriftliche Vereinbarung wird bei einem großen Teil der Behandlungen getroffen, noch wird eine Rechnung ausgestellt.

Bei den von vielen Ärzten angebotenen Zusatzuntersuchungen handelt es sich zum Beispiel um Vorsorgeuntersuchungen zur Krebsvorsorge oder besondere Behandlungsmethoden. Diese werden nur auf Wunsch des Patienten durchgeführt und nur wenn er sie persönlich zahlt. Laut Wido-Studie werden solche Leistungen vor allem Patienten mit höheren Einkommen angeboten und oftmals von Gynäkologen, Augenärzten und Urologen. Die „Igel“-Angebote sind immer medizinische Leistungen, die nicht unbedingt notwendig sind - deshalb sind sie auch nicht im gesetzlichen Leistungskatalog der einzelnen Krankenkassen enthalten -, die aber für manche Patienten wünschenswert sind.

Laut Studie stehen bei den „Igel“-Behandlungen Ultraschalluntersuchungen (20 Prozent) ganz oben, gefolgt von Messungen des Augeninnendrucks (16,2 Prozent) sowie Verordnungen von Medikamenten sowie Heil- und Hilfsmitteln. Den Ärzten bescheren diese Untersuchungen attraktive Zusatzeinnahmen von rund 1,5 Milliarden Euro im Jahr laut Wido. Ob diese Zusatzuntersuchungen jedoch wirklich sinnvoll sind, ist umstritten, sind doch Früherkennungsuntersuchungen, die einen nachgewiesenen Nutzen haben, im gesetzlichen Leistungskatalog der Krankenkassen enthalten.