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Jetlag schwächt auch Malaria-Erreger

Freitag, 21.01.2011

Nach einem längeren Flug ist man müde, desorientiert und der Schlaf-Wach-Rhythmus ist gehörig aus den Fugen geraten. Das betrifft nicht nur den Menschen nach Langstreckenflügen auch die innere Uhr des Malaria-Erregers kann aus dem Tritt geraten, was ihn weniger gefährlich werden lässt wie eine britische Studie jetzt herausfand. Dies könnte ein neuer Ansatzpunkt sein für eine neue Therapie gegen Malaria sein. Bei der britischen Studie wurden Mäuse mit Malaria-Erregern infiziert und bei den Malariaparasiten, die ihren Lebensrhythmus nicht dem der infizierten Nagetiere angepasst hatten, verminderte sich die Fähigkeit, die Krankheit zu übertragen um 50 Prozent.

Bei den Versuchen arbeiteten die Forscher um Aidan O´Donnell  in Edinburgh mit dem Erreger der Nagetier-Malaria, Plasmodium chabaudi, einzellige Parasiten, die verschiedene Vermehrungsstufen durchlaufen. Übertragen wird der Erreger durch Stechmücken und vermehrt sich in der Leber. Der Erreger befällt im Blut die roten Blutkörperchen, in denen sich ringförmige Gebilde des Parasiten bilden.

Die Forscher verpflanzten verschiedene Stämme des Nager-Malariaerregers von einer Maus in eine zweite, die an einen anderen Hell-Dunkel-Rhythmus gewöhnt war. Davon erhielt der Parasit einen Jetlag und somit kam ihre schubartige Freisetzung aus dem Lot und die Parasiten vervielfältigten sich  im Wirt nur noch halb so oft. Auch entstanden weniger Gametozyten, die Übertragungsstadien, die über Mücken eine Ausbreitung erlauben. Übertragungen in Wirte mit gleicher Tagesrhythmik schadeten den Parasiten dagegen nicht. Weitere Untersuchungen müssen zeigen, wie die Malariaerreger ihre Feinjustierung an die Wirtskörperzeit gewährleisten und ob der Mechanismus womöglich sogar zur Bekämpfung der Krankheit gestört werden könnte. Nach Ansicht der Forscher könnten sich die „Jetlag-Plasmodien“ allerdings nach einiger Zeit an den neuen Tagesrhythmus anpassen, was sie wieder gefährlicher machen dürfte.